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ARBORETUM | Die Kunst ein Baum zu sein

„Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum.“ Christian Morgenstern

DER BAUM | Der Baum (lat. arbor) steht im Mittelpunkt des Projekts “Arboretum”. Seit jeher spielen die Bäume eine wichtige Rolle in Kultur, Religion und Wirtschaft. Die reichhaltige Symbolik der Bäume wurde schon immer zur Beschreibung und Veranschaulichung vielfältiger sozialer, kultur-historischer, psychologischer Dimensionen menschlichen Daseins herangezogen.
Die hier vorgestellten Fotografien sollen dem Betrachter diesen Sachverhalt ins Gedächtnis rufen, ihm auf ästhetische Art und Weise den Blick für die Schöpfung öffnen und ein Bewusstsein für deren Wert schaffen. Außerdem können sie anregen, den eigenen Standpunkt zu ökologischen Themen und den Umgang mit der Umwelt zu überdenken; denn nicht nur der Baum besitzt heute vor allem anderen einen reinen Nutzwert und wird nahezu ausschließlich daran gemessen.
Ich betrachte den Baum mit anderen Augen: Ich sehe ein junges oder uraltes Wesen, ein einmaliges Individuum ohne Entsprechung. Ich sehe Form, Farbe, Licht und Schatten. Ich sehe Kraft, Ausdauer, Lebensfreude. Ich sehe Veränderung, Entstehung und Verfall. Ich sehe eine Idee, eine materielle und immaterielle Ästhetik jenseits von Wertmaßstäben zwischen Perfektion und Fehlerhaftigkeit.


„Jeder Ast eines Baumes kennt eine Geschichte – ein alter Baum ist Geschichte.” Klaus Ender

DIE PORTRAITS | So entstand die Idee der Baumportraits: der von seiner Umgebung isolierte Baum zeigt seine Eigenschaften auf ungewohnt präzise und intensive Art und Weise. Im Gegensatz zum Typus der Natur- bzw. Landschaftsfotografie wird das dargestellte Objekt hier in einen neutralen Raum verortet. Farben, Formen, Proportionen etc. müssen ohne Relation und Maßstab der Umgebung neu bewertet werden.
Trotz fehlender Umgebung erzählt jeder Baum seine Geschichte in all seinen Eigenschaften - wahrnehmbar für den wachen Blick und Anreiz für Kreativität, Fantasie und Interpretation.
Stilisierte Blattform, Bezeichnung (latein, englisch, französisch, deutsch) und Standortkoordinaten ergänzen das Baumporträt sowohl grafisch als auch inhaltlich und eröffnen dem Betrachter einen Zugang zum Bild. Vor allem die Koordinatenangabe steht stellvertretend für die nicht dargestellten Wurzeln und definiert den von seiner Umgebung losgelösten Baum als einzigartiges Individuum an genau einem Punkt auf der Welt.

 

Projektpartner | Mario Müller (Freistellung), Michèl Nettling (Illustration)

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